StückgutReport2025
Vorwort
von Stephan Opel
Liebe Leserinnen und Leser,
die Logistik befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderung. Hohe Kosten, volatile Märkte und steigende Kundenerwartungen setzen die Branche unter Druck. Nichtsdestotrotz eröffnen diese Faktoren aber auch neue Chancen. Als Gradmesser für die gesamte Wirtschaft zeigt die Stückgutlogistik, wie sich Märkte entwickeln und verschieben – und welche Strategien jetzt gefragt sind.
So ist beispielsweise unsere ökologische Verantwortung längst kein Randthema mehr, sondern stellt eine wichtige Grundlage für strategische Entscheidungen sowie einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor dar. Gleichzeitig verändert die Digitalisierung die Arbeits- und Wertschöpfungsprozesse in rasantem Tempo. Vernetzte Systeme, Datenanalysen und automatisierte Steuerung ermöglichen lückenlose Transparenz, ein höheres Maß an Kollaboration und Stabilität durch vorausschauende Planung. Der Fachkräftemangel bleibt ein weiteres zentrales Handlungsfeld der Logistik.
Alles in allem steht die Stückgutlogistik unter extremem ökologischen und ökonomischen Druck. Um diesem Druck nicht nur standzuhalten, sondern gestärkt daraus hervorzugehen, muss sie sich neu erfinden. Deshalb steht die nachhaltige Transformation der Stückgutlogistik im Mittelpunkt der Ausgabe 2025.
Mit dem Stückgutreport verfolgen wir das Ziel, Ihnen Impulse, Praxisbeispiele und Perspektiven zu bieten, die helfen, diesen Wandel aktiv zu gestalten.
Mit einem Klick gelangen Sie zu den jeweiligen Beiträgen aus dem NG.network Stückgutreport 2025.
- Prof. Dr. Christoph Tripp
Stückgutlogistik im Wandel: Zukunftsfähigkeit durch kooperative Resilienz, Nachhaltigkeit und Digitalisierung
Der Stückgutmarkt befindet sich inmitten eines tiefgreifenden Wandels. Aus den zahlreichen globalen Krisen und geopolitischen Spannungen, dem fortschreitenden Klimawandel sowie technologischen Entwicklungssprüngen entstehen – direkt und indirekt – immense Herausforderungen für alle Marktakteure.
- NG.network
Das NG.network Trendradar 2025
Die Stückgutlogistik muss sich einer umfassenden Transformation unterziehen, um zukunftsfähig zu bleiben. Konkrete Handlungsfelder entstehen innerhalb der Megatrends: Fachkräftemangel, Nachhaltigkeit, Mengenentwicklung und Digitalisierung.
- Frank Huster
Dekarbonisierung der Stückgutlogistik erfordert hohen planerischen und finanziellen Aufwand
Die Logistik muss sich den Herausforderungen der Transformation zur Erreichung der europäischen CO2-Minderungsziele stellen. Der Sektor ist ein wichtiges Scharnier zwischen den Wertschöpfungsstufen der wichtigsten Industriezweige, den Beschaffungsschnittstellen des Handels und den Endkonsumenten.
- NG.network
Das passiert im Netzwerk
NG.network ist die Innovationsgemeinschaft des deutschen Stückgutmarkts: Gemeinsam mit unseren Gesellschaftern und Partnern setzen wir nicht nur Trends, sondern neue Standards. Unser Netzwerk entwickeln wir stetig weiter. Hier finden Sie eine kleine Auswahl aktueller Vorhaben und Maßnahmen.
- NG.network
Ausbildungsprojekt: Der ZUKUNFTSRAUM Stückgut
NG.network möchte dazu beitragen, die Ausbildung in der Logistik attraktiver zu gestalten. Zusammen mit den Gesellschaftern haben wir 2024 das Projekt „ZUKUNFTSRAUM Stückgut“ als Forum für Auszubildende und dual Studierende aus dem Netzwerk ins Leben gerufen.
- Volker Albrecht
KI und Digitalisierung als Enabler für nachhaltige Stückgutlogistik
Die Logistik steht vor großen Herausforderungen: Einerseits müssen Netzwerke effizient arbeiten, andererseits wachsen die Anforderungen an Nachhaltigkeit und CO2-Reduktion. Die gute Nachricht: KI und Digitalisierung entwickeln sich zu Schlüsseltechnologien, die beide Ziele vereinbar machen.
- Dr. David Saive, LL.M.
Ohne digitale Dokumente keine grüne Logistik
Wenn in der Logistik über Nachhaltigkeit diskutiert wird, richtet sich der Blick meist auf alternative Antriebe, Energieeffizienz oder die Reduktion von Emissionen entlang der Transportkette. Ein alltäglicher, aber ressourcenintensiver Aspekt wird dabei oft übersehen: die Papierflut.
- Christoph Burkard
Quo Vadis Wasserstoff in der Mobilität?
Die Hiobsbotschaften reißen nicht ab. Hersteller stellen den Bau von Brennstoffzellen-Lkw ein. Die Serienreife von Fahrzeugen wird um mehrere Jahre verschoben. Flottenziele für die Dekarbonisierung werden angezweifelt. Die Frage, ob der Wasserstoff in der Mobilität Zukunft hat, muss gestellt werden.
- Lena Maier
Wasserstoff – Antrieb für die Zukunft?
Kaum ein Energieträger wird derzeit so intensiv diskutiert wie Wasserstoff. Doch wie funktioniert ein Wasserstoffantrieb technisch, wie wird klimafreundlicher, also „grüner“ oder „erneuerbarer“ Wasserstoff gewonnen – und welche Rolle spielt die Technik bereits heute in der Praxis?
- Dr. Ulrich Kalex
E‑Lkw ohne Reichweitenangst: ein Gespräch mit K2 Mobility
Freie Dispo statt fester Linien: Im Kurz‑Interview sprechen wir mit K2 Mobility-Geschäftsführer Dr. Ulrich Kalex über automatisierte Ladeplanung für batterieelektrische Lkw als Voraussetzung für die flexible Disposition.
- Stephan Opel
NG.network – eine antifragile Stückgutkooperation
Stückgutnetzwerke sind hochkomplex: Zahlreiche Partner, Knoten und Schnittstellen sind eng miteinander verflochten, wobei jede Station sowohl logistische als auch informationelle Abhängigkeiten erzeugt. Trotz sorgfältiger Planung sind die Systeme aus diesen Gründen störanfällig.
Die Zukunft des Stückguts
Fazit von Stephan Opel
Kein Zweifel: Die Logistik befindet sich in einer entscheidenden Phase des Wandels. Nicht nur deutschlandweit, sondern international ist es unser gemeinsames Bestreben, unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden und neue Standards für den klimafreundlicheren Transport zu etablieren. Doch während der technologische Fortschritt beeindruckend ist und insbesondere E-Mobilität zunehmend im Praxistest besteht, sind andere Zukunftstechnologien noch nicht vollständig ausgereift. Gerade hinsichtlich der Infrastruktur – sowohl Strom wie auch Wasserstoff – hinkt vor allem Deutschland hinterher. Dabei scheint aktuell sicher, dass die Transformation nur durch einen ausgewogenen Technologiemix gelingen kann.
Es ist aber nicht nur die Technologie selbst oder die fehlende politische Förderung, welche die Transformation der Logistik ausbremst. Auch die wirtschaftliche Verunsicherung durch steigende Energiepreise, hohe Zölle und präzedenzlose geopolitische Vorfälle, die nicht nur die Stückgutlogistik selbst, sondern auch viele ihrer Kundenbranchen betrifft, verhindert viele der nötigen Investitionen.
Doch von Stillstand profitiert niemand. Unternehmen müssen dem ökonomischen Druck zum Trotz jetzt Marktchancen erkennen und ergreifen, um die eigene Widerstands- und Zukunftsfähigkeit auszubauen. Ein wichtiges Handlungsfeld in diesem Kontext stellt die konsequente Prozessdigitalisierung dar. Denn als Querschnittsthema trägt Digitalisierung in der Logistik dazu bei, Effizienzpotenziale zu heben und damit Margen zu erhöhen, bestehende Mitarbeitende zu entlasten und Nachwuchskräfte zu gewinnen, sowie den eigenen CO2-Fußabdruck zu errechnen und zu reduzieren.
Darüber hinaus bietet die Kooperation zwischen Marktteilnehmern im Mittelstand zahlreiche Vorteile – und dies nicht nur innerhalb eines Stückgutnetzwerks, sondern auch unter Mitbewerbern. So können Kapazitäten oder auch Mengen gebündelt und optimaler ausgelastet werden. Das Investitionsrisiko verteilt sich zudem breiter und Skaleneffekte erhöhen die Effizienz. Insbesondere in heterogenen, antifragilen Systemen profitieren alle Kooperationspartner davon, auch angesichts der voranschreitenden Marktkonsolidierung.
Die Zukunft der Logistik ist antifragil, digital und nachhaltig. Als Marktteilnehmer haben wir die Chance, diese Vision kollaborativ zu verwirklichen.
NG.network Stückgutreport 2024
Im Stückgutreport 2024 wirft NG.network einen genaueren Blick auf die Themen, die das Netzwerk in den letzten Jahren täglich begleitet haben. Dabei wird die eigene Perspektive durch eine Trendanalyse, eine Umfrageauswertung und Beiträge von Expert:innen aus Markt und Wissenschaft ergänzt.